Aussprache mit meisterlicher Wirkung

Hockeyspielerinnen des VfB Stuttgart schaffen nach Startproblemen Wiederaufstieg in die Oberliga

Ziele steckt sich jede Mannschaft vor der Saison. Da bilden auch die Hockeyspielerinnen des VfB Stuttgart keine Ausnahme. Die Meisterschaft in der Verbandsliga und der damit verbundene Wiederaufstieg in die Oberliga, darauf schworen sich die Spielerinnen samt Trainer-Trio Carina Mathä, Thomas Wehrle und Stefan Cinello vor dem Rundenstart ein. „Nun ja, zu Beginn lief es nicht wie gewünscht", erinnert sich Carina Mathä. Die VfB-Damen schienen vom Weg abzukommen. Sie liefen Gefahr, das Ziel aus den Augen zu verlieren. Also was tun, war die Frage noch früh in der Runde. Die Trainer baten zu Saisonbeginn gleich zwei Mal zur Aussprache, verschiedene Dinge wurden unumwunden angesprochen. Und siehe da, die Krisensitzungen haben ihre Wirkung nicht verfehlt, „Plötzlich lief es bei uns. Wir spielten gut und fanden zurück in die Erfolgsspur." Für die Trainerin keineswegs überraschend. Das Team verfüge einfach über viel Qualität für die Liga und habe dieses Potenzial dann auch aufgezeigt. Zudem wollte keine Spielerin eine Partie verpassen, immer mithelfen, die Meisterschaft nach Stuttgart zu bringen - außergewöhnlich. Das kenne sie auch anders, sagt die 32-jährige Mathä. „Personelle Änderungen aufgrund von beispielsweise spontanen Skifahr-Trips waren in der Vergangenheit keine Seltenheit. Nicht so in dieser Hallensaison. Niemand wollte auf seinen Einsatz verzichten." Zudem blieben die Spielerinnen vom Verletzungspech verschont. Auch das kenne man anders und sei sicherlich auch ein Grund für das positive Abschneiden gewesen.

Als hartnäckigster Konkurrent kristallisierte sich der TSV Ludwigsburg heraus. Im direkten Aufeinandertreffen hatte man mit den Barockstädtern aber keine Probleme: Das Hinspiel gewann der VfB mit 5:1, in Ludwigsburg siegte man mit 6:2 - die Weichen auf Meisterschaft waren gestellt. Diese sicherte sich das Team am abschließenden Spieltag durch einen 3:2-Erfolg bei der Freiburger Turnerschaft von 1844 - letztlich mit satten fünf Zählern Vorsprung. Gleichzeitig gelang dadurch der sofortige Wiederaufstieg in die Oberliga. Auch der Blick auf das Torverhältnis zeigt, dass die VfB-Frauen meisterliches vollbrachten haben: 39:17 aus zehn Spielen lautet die Bilanz. Damit wies das Team mit dem Brustring mit weitem Abstand die beste Defensive auf. In Sachen Toreschießen rangierte man auf Rang zwei, nur der drittplatzierte SSV Ulm traf zweimal mehr. Für die beste Präzision vor dem Tor zeichnete Rebecca Sharpe verantwortlich - sie erzielte 13 Treffer. Elissa Eggenweiler brachte es auf zehn Jubelmomente.

Demnächst geht es für die Frauen wieder nach draußen aufs große Feld. Im Freien spielen die Stuttgarterinnen bereits in der Oberliga. Auch dort verfolgen sie wieder ein Ziel. Dieses ist aber das krasse Gegenteil zur Hallensaison, lautet nämlich Klassenerhalt. Nach sechs von 14 Spieltagen finden sich die VfB-Frauen auf dem vorletzten Platz wieder. Der Rückstand zum drittletzten Heidelberg beträgt bereits vier Zähler. Es gibt also erneut noch viel zu tun. Vielleich helfen ja erneut klärende Gespräche.

Cannstatter Zeitung, 24.03.2018
Torsten Streib

 

Im Bild hinten von links:
Henriette Commichau, Bianca Braun, Hannah Walter, Anja Rommelspacher, Trainer Stefan Cinello, Belinda Blaschik, Elissa Eggenweiler, Karim Abada, Marissa Gläsle, Mona Gläsle, Trainerin Carina Mathä und Helen Strobel

Vorne von links:
Emmy Wund, Clara Waldbauer, Lena Schwend und Rebecca Sharpe

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