Niederlagen für VfB-Oberliga-Teams

Bad Cannstatt - Die Oberliga-Hockeyspieler des VfB Stuttgart kehrten mit einer 0:5-Niederlage vom Spiel in Bietigheim zurück.

Nach der unglücklichen Niederlage eine Woche zuvor gegen Ulm wollten die VfB-Jungs gegen Bietigheim unbedingt drei Punkte ergattern. Die Situation vor der Partie war klar: Mit einem Sieg hätten sich die Stuttgarter Luft auf den Abstiegsplatz verschaffen können. Doch da einige wichtige Stammspieler fehlten, war zu erwarten, dass es keine einfache Partie werden würde. Von Anfang an war es ein offenes Spiel mit leichter Überlegenheit der Gäste aus Stuttgart. Es gelang jedoch nie, wirklich gefährlich in den gegnerischen Schusskreis zu kommen. Bietigheim spielte schlau, wartete auf Ballverluste und ging voll auf schnelle Gegenstöße und Konter, doch auch sie konnten im ersten Viertel kein Tor erzielen. Im zweiten Viertel gaben die Stuttgarter dann das Spiel nach und nach aus der Hand. So erzielte Bietigheim nach einer Strafecke das 1:0. Mit diesem knappen Rückstand ging es in die Pause. Doch anstatt es besser zu machen, passierten den VfB-Jungs Fehler, die man eigentlich so nicht von ihnen kannte. Bietigheim übernahm das Spiel und es gelang in der Folge nicht ein einziger Stuttgarter Torschuss auf das Bietigheimer Gehäuse. So schoss Bietigheim das 2:0. Mit dem 3:0 im letzten Viertel kam die totale Resignation. Verzweifelt, noch einmal alles nach vorne werfend, versuchten die Gäste irgendwie zum Anschlusstor zu kommen. Doch Bietigheim spielte total abgeklärt, konterte den VfB nach allen Regeln der Kunst aus und legte das vierte und fünfte Tor nach. Mit dem 0:5 wurde das Spiel, aus Stuttgarter Sicht vielleicht sogar glücklicherweise, abgepfiffen. Am Sonntag, 13 Uhr, empfangen die VfB-Männer zum letzten Spiel vor der Winterpause die FT Freiburg.

Nicht besser erging es den Frauen des VfB Stuttgart im Oberliga-Heimspiel gegen den dem HC Heidelberg - sie unterlagen mit 1:4.

Cannstatter Zeitung, 02.10.2020
Thomas Reinmüller

Verpatzter Wiedereinstieg

Hockey-Männer des VfB Stuttgart verlieren in Ulm.

Die lange Corona-bedingte Spielpause fand für die Hockey-Abteilung des VfB Stuttgart ein Ende. Die bereits begonnene Feldsaison 2019/20 wurde bis ins Jahr 2021 verlängert. Die VfB-Herren erwischten keinen guten Wiedereinstieg - sie unterlagen beim SSV Ulm mit 1:2. Die Ulmer setzen den VfB von Beginn an unter Druck. Dennoch war es der VfB, der das erste Tor erzielte. Ein Torschuss von Till Sonntag wurde von einem Gegenspieler über den eigenen Torhüter geleitet und Tom Bongers drückte den Ball mühelos über die Torlinie. Die Führung hielt allerdings nicht lange - die Gastgeber nutzen die Unordnung beim Nachschuss einer Ecke zum 1:1. Im dritten Viertel musste der VfB nach einem Freischlag das 1:2 hinnehmen. Das letzte Viertel bot wieder einiges für die Ulmer Zuschauer. Bereits nach wenigen Sekunden im letzten Viertel bemerkte ein Ulmer Abwehrspieler, dass die Gäste mit einem Spieler zu viel auf dem Feld standen. Da unklar war, wer zu viel auf dem Feld stand, musste der VfB- Kapitän die Mannschaftsstrafe verbüßen und somit sah Werner Radtke die erste Grüne Karte des Spiels. Die Ulmer erhöhten danach den Druck. Nach einigen Minuten bekam Jordi Mas wegen Meckern die zweite Grüne Karte und der VfB war erneut in Unterzahl. Kurz darauf bekamen die Ulmer eine Ecke zugesprochen und Robin Rösslein wollte dem Schiedsrichter seine Sicht der Dinge mitteilen. Da er allerdings der zweite VfBler vor dem Schiedsrichter war, wurde ihm die Gelbe Karte gezeigt. Auch die zurückgenommene Ecke änderte nichts an der Schiedsrichterentscheidung. Fünf Minuten vor dem Ende gab es noch eine strittige Situation, in dessen Verlauf ein Ulmer Spieler im Zweikampf mit Fabian Kelch lautstark zu Boden ging. Das Spiel wurde aber erst unterbrochen, als der noch auf dem Boden liegende Spieler im Weg war. Zur Überraschung aller Stuttgarter wurde Fabian Kelch daraufhin die Rote Karte gezeigt. Am Ergebnis änderte das nichts mehr, der VfB unterlag mit 1:2.

Bereits heute (13 Uhr) treten die VfB- Männer beim Bietigheim BHTC. Die VfB- Frauen nehmen morgen (13 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Heidelberger HC wieder die Feldsaison auf.

Cannstatter Zeitung, 26.09.2020
Thomas Reinmüller

Die Saison 2019/20 endet im Sommer 2021

Im Hockey wird wieder um Punkte gekämpft. Oberliga-Männer des VfB Stuttgart starten am Samstag in Ulm.

Der Hockeyverband hat sich schon seit einigen Monaten mit der Punktspielrunde beschäftigt. Klar war, dass es nach den Sommerferien in Coronazeiten weitergehen soll. Doch in welchem Modus war noch abschließend ungeklärt. Der Modus steht mittlerweile fest. Die Feldrunde 2019/20, die im vergangenen September begann und Mitte Oktober in die Winterpause ging, aber dann aufgrund der Corona-Pandemie im April abgebrochen wurde, wird nun bis Ende Oktober fortgeführt. Damit ist die Feldrunde 2019/20 aber noch nicht beendet. Ab April 2021 wird weiter um Punkte gekämpft, beendet ist die Runde aus dem Vorjahr dann Ende Juni 2021. Eine kuriose Sache, denn das bedeutet, dass „es keine Spielzeit 2020/21 geben wird“, sagt Andreas Höschele, der Spoftwart des VfB Stuttgart. Nicht das einzige Kuriosum während der „Corona-Runde“. So sind beispielsweise bei den Herren, die am morgigen Samstag beim SSV Ulm wieder um Punkte kämpfen, mittlerweile fünf Spiele in der Oberliga-Saison 2019/20 absolviert - der VfB rangiert auf Platz drei. Doch eine Tendenz beziehungsweise die Leistungsstärke der insgesamt acht Mannschaften lässt sich anhand der Tabelle schwer einstufen. Grund: Die Wechselfrist zum 1. August hat weiter Bestand, deshalb „kann sein, dass sich in den Klubs einiges verändert hat, auch das Leistungsniveau“. Bei den VfB-Männern, die ihren aktuellen Platz auf jeden Fall verteidigen wollen“, so Höschele, sind vier Jugendspieler zu den Aktiven aufgestiegen. Zum Team 2019/20 gehörten auch die beiden Kenianer Willis Ochieng Okeyo und Danstone Wabwire - letzterer erzielte im bislang letzten Spiel der Saison gegen den Karlsruher TV am 13. Oktober 2019 den 1:0-Siegtreffer. Die beiden kenianischen Nationalspieler sollten auch weiterhin den VfB verstärken, zusätzlich zwei weitere Landsleute mit nach Stuttgart bringen. Doch die Pandemie wusste das zu verhindern. „Sie haben auf der Botschaft in Kenia aufgrund der Probleme rund um Corona keinen Termin bekommen, können deshalb leider nicht nach Stuttgart kommen“, bedauert Höschele.

Die VfB-Frauen, ebenfalls in der Oberliga am Start, gehen am Sonntag, 27. September, zuhause gegen den HC Heidelberg wieder auf Punktejagd. Die Stuttgarterinnen belegen in der acht Teams starken Liga nach sechs Spieltagen Platz sechs - einen Punkt vor dem Schlusslicht SSV Ulm. „Ganz klar, bei den Damen zählt nur der Klassenerhalt.“

Die Herren II sind in der 4. Verbandsliga am Ball. Auftaktgegner ist ebenfalls am 27. September im Heimspiel die TSG Heidelberg. Eine Woche später steht dann das Auswärtsspiel beim J.S.K Strasbourg HC auf dem Spielplan. „Bis zu einer gewissen Klasse darf das grenznahe Team aus Frankreich am deutschen Spielbetrieb teilnehmen“, klärt Andreas Höschele auf. Die Partie wurde jedoch abgesagt, ein neuer Termin steht noch nicht fest. In dem Team seien zwar keine Coronafälle bekannt, so Höschele, „da aber Frankreich Risikogebiet ist, findet die Begegnung vorerst nicht statt“.

Ein weiteres Kuriosum bringt die Corona-Saison mit sich: Während der Runde konnten sich neue Mannschaften zum Restart anmelden. „Diese haben einen engeren Terminplan, müssen die Begegnungen nachholen.“

Torsten Streib
Cannstatter Zeitung, 17.09.2020

Punktrunden-Start nach den Sommerferien

Der Spielmodus im Hockey steht indes noch nicht fest. Gute Trainingsbeteiligung bei den Teams des VfB Stuttgart.

Bad Cannstatt - Trainingsverbot in der Hochphase der Corona-Pandemie hatte anscheinend auch seine Vorteile – zumindest bei den Hockeyspielern und -spielerinnen des VfB Stuttgart. Als die Rückkehr auf den Platz beziehungsweise zu den Übungseinheiten wieder genehmigt wurde, „war die Begeisterung und die Trainingsbeteiligung höher als vor der Pandemie“, sagt VfB-Sportwart Andreas Höschele. Und dies, obwohl ja zu Beginn nur eingeschränkte Übungseinheiten ohne Körperkontakt erlaubt waren. Dennoch, alle seien wohl froh gewesen, sich wieder treffen und bewegen zu können, so Höschele. Zudem habe man die Möglichkeit gehabt, in Kleingruppen taktische Dinge einzuüben und die Kondition auf Vordermann zu bringen. „Besonders die taktischen Dinge kommen im normalen Trainingsalltag ab und an zu kurz.“ Besagter normaler Trainingsalltag ist seit dem 1. Juli wieder möglich – Übungseinheiten mit körperbetontem Spielen erlaubt. „Zum Glück, das ist natürlich motivierender.“ Dementsprechend zeichnet sich auch ein Punktspielbetrieb ab. Der Verband berate derzeit, wolle voraussichtlich nach den Sommerferien im September starten. Nach welchem Modus der Spielbetrieb stattfinde, sei indes noch offen. Denn ein Teil der Feld-Saison 2019/20 wurde bereits im vergangenen September und Oktober gespielt – jeweils in der acht Teams umfassenden Oberliga haben die VfB-Männer (Platz 3) fünf, die -Frauen (Platz 6) sechs Spiele absolviert. Für gewöhnlich wird die Runde im April dann fortgesetzt, was Corona zu verhindern wusste. Ob weitergespielt, die Saison neu gestartet und Punkte aus der Vorsaisonmitgenommen werden oder die Runde 2019/20 überhaupt nicht gewertet werde, stehe noch nicht fest, müsse der Verband noch abschließend klären, so Höschele. Zugelassen sind nach den aktuellen Corona-Verordnungen 500 Zuschauer und „wir müssen natürlich die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin einhalten“. Das stelle wohl kein Problem dar, nur in den Umkleideräumen beziehungsweise beim Duschen müssten die Mannschaften mehr Zeit mitbringen. „Die Räumlichkeiten sind beengt. Es kann sein, dass nur wenige Personen gleichzeitig duschen können.“

Der Vergleich mit gegnerischen Mannschaften steht für die VfB-Männer bereits am nächsten Wochenende an. Sie spielen beim sogenannten Württemberg Coronapokal 2020, der bereits am heutigen Samstag beginnt. An dem „Pokalwettbewerb“ nehmen 12 der besten 14 Herrenteams von der 1. Verbandsliga bis zur Bundesliga aus der Region Württemberg teil. In sechs Runden wird der Sieger auf dem Endrundenturnier am 25. Juli in Ludwigsburg ermittelt. Am Samstag, 18. Juli (15.15 Uhr), steigt der VfB mit der Partie gegen den Lokalrivalen HTC Stuttgarter Kickers II ins Pokalgeschehen ein.

Auch beim Nachwuchs zeichnet sich der Saisonstart nach den Sommerferien ab. „Bei der Jugend ist eine verkürzte Runde bis in den November hinein geplant“, so Höschele.

Cannstatter Zeitung, 11.07.2020
Torsten Streib

Kein Sport, kein Job - aber jede Menge Zuversicht

Serie: Sportlerin der Warteschleife

Kein Sport, kein Job - aber jede Menge Zuversicht
Hockeyspielerin Jana Burczyk vom VfB Stuttgart lässt sich nicht unterkriegen - Auch das Studium ruht wohl

Hockeyspielerinnen und -Spieler dürfen keine Weicheier sein - blaue Flecken gehören zum sportlichen Alltag. „Der Körper freut sich, aktuell ohne Blessuren auszukommen“, sagt Jana Burczyk. Doch zugegeben, rein seelisch gesehen, würde sie sich über „blau-grüne Hautverfärbungen“ durchaus freuen. „Dann könnte ich nämlich meine bis zu 25 Mitspielerinnen sehen, wir würden Hockey spielen und Spaß haben“, sagt die Torhüterin des Oberligisten VfB Stuttgart. Das fehle ihr derzeit schon gewaltig. Immerhin, donnerstags trifft sich auch weiterhin die Mannschaft - virtuell via der beliebten App Zoom. „Dann erzählen wir von unserem Alltag, tauschen Neuigkeiten und Veränderungen aus.“ Die 25-Jährige lacht: „Ehrlich gesagt, die Gespräche wiederholen sich, aber dennoch tut es gut, mit den Mädels in Kontakt zu sein.“ Sportlich werde es in dem wöchentlichen Chat aber auch - die Trainer Thomas Wehrle und Stefan Cinello geben einen taktischen Input. Neuland für Burczyk und ihre Mitstreiterinnen, dies nur in der Theorie zu erleben. „Ansonsten versuchen wir, die Anweisungen auf dem Platz umzusetzen.“ Bislang mit mäßigem Erfolg - die VfB- Frauen stehen in der Saison 2019/2020 - die Ende Oktober in die Winterpause ging und eigentlich am 26. April weitergeführt werden sollte - auf Platz sechs von acht Teams. „Eigentlich wollten wir jetzt durchstarten und das Feld von hinten auf- rollen. Das Coronavirus hat uns ausgebremst“, schmunzelt Burczyk.

Jana Burczyk

Ausgebremst ist das richtige Stichwort. Das Virus hat vieles im Leben von Jana Burczyk verändert. Die Torhüterin, die ursprünglich aus Berlin stammt, ab 2017 ein Praxisjahr in Stuttgart absolvierte, dabei neue Freunde kennenlernte, sich verliebte, zum VfB kam und in der Landeshauptstadt hängengeblieben ist, ist mittlerweile ihren Job los. Sie war für eine Personalvermittlung tätig. „Ich habe gekellnert und wurde zur Oberkellnerin ausgebildet, um beispielsweise Hochzeiten leiten und koordinieren zu können.“ Rund 20 Stunden war sie pro Woche im Einsatz, hat damit ihr Studium finanziert. Doch in der Krise hat die Firma Insolvenz angemeldet, für Burczyk ist somit eine große Einnahmequelle weggebrochen. Doch Trübsal zu blasen, passt nicht zu der Frohnatur, die in Heslach wohnt. In ihrer Stimme schwingt Zuversicht mit, zumal sie auch noch als Freie Redakteurin für eine Firma in Dortmund tätig ist, bislang bis zu vier Stunden arbeitete, aber dies nun aufstocken könne. „Außerdem habe ich liebe Eltern, die mich in dieser Phase unterstützen.“ Zudem sei sie wieder aktiv auf Jobsuche. „Ich denke immer positiv. Irgendwie geht es schon weiter.“ Mit dem Fernstudium im Fach Wissenschaftsjournalismus an der TU- Dortmund in diesem Sommersemester wohl nicht. Sie ist im zweiten Mastersemester, wollte eigentlich im Herbst mit ihrer Abschlussarbeit beginnen. Das fällt wohl flach. „Für alle Kurse, auf die ich mich im Sommersemester angemeldet habe, bekam ich noch keine Rückmeldung. Ich gehe davon aus, dass nichts geht.“ Etwas geht wenigstens in sportlicher Hinsicht. Zwar nicht mit dem Schläger in der Hand, aber den Laufschuhen an den Füßen. Mit einer Mitspielerin ist sie regelmäßig unterwegs, läuft nicht nur gleichmäßig, sondern macht auch Tempowechsel und Kräftigungsübungen. „Wir versuchen, einigermaßen sporartspezifisch zu trainieren.“ Wann sie jedoch ihre Sportart wieder ausüben kann, bleibt abzuwarten. Der Hockeyverband Baden-Württemberg hat die Punktspiele bis zum Wochenende 9./10. Mai ausgesetzt. Schwer vorstellbar, dass es dann wieder weitergehen soll.

Cannstatter Zeitung, 18.04.2020
Torsten Streib

Zum Klassenerhalt gezittert

VfB-Hockey-Herren siegen in der ersten Verbandsliga mit 5:4 gegen Bietigheim

Im letzten Saisonspiel für die Hockey- Herren des VfB Stuttgart war am vergangenen Sonntag der Tabellenzweite aus Bietigheim zu Gast in der Halle Nord. Die auf einem direkten Abstiegsplatz stehenden Hausherren mussten auf jeden Fall punkten und auf einen Patzer des HC Lahr hoffen, um die Klasse zu halten. Das Spiel begann allerdings enttäuschend und die Gäste gingen schon nach wenigen Sekunden in Führung. Nachdem man wenig später selbst die Chance zum Ausgleich hatte, waren es erneut die Bietigheimer, die das nächste Tor schossen. Ein denkbar schlechter Start für die Jungs aus Cannstatt. Aber motiviert durch die zahlreich erschienenen Heimfans, erzielte der VfB in der sechsten Minute den 1:2 Anschlusstreffer durch Niklas Werner. Auch danach blieben die Gäste überaus konsequent und konnten auch ihre nächste Chance im Stuttgarter Gehäuse unterbringen. Unbeeindruckt davon brachte Julian Berkmann den Ball nach einer unübersichtlichen Situation zum 2:3 im Bietigheimer Tor unter. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war der VfB nun das bessere Team und konnte nach zwei vergebenen Großchancen in Person von Werner Radtke mit dem 3:3 den verdienten Ausgleich erzielen. Die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit änderten am Remis zur Halbzeitpause nichts mehr.

Auch nach Wiederanpfiff waren die Cannstatter überlegen und scheiterten erst am Pfosten und dann an einem auf der Linie stehenden Feldspieler. Die nächste kurze Ecke wurde dann aber von Carsten Thorwart zur 4:3-Führung verwandelt. Die wenigen Ecken der Gäste aus Bietigheim konnten entweder abgelaufen oder vom immer besser ins Spiel kommenden VfB-Torwart Levin Bauer pariert werden. 15 Minuten vor Ende war er dann aber machtlos, als die Gäste zum 4:4 trafen. Nach Chancen auf beiden Seiten verwandelte Dominik Hahn eine kurze Ecke wunderschön zum 5:4.

In den letzten Minuten verteidigten die Stuttgarter beherzt gegen die, durch Herausnahme des Torhüters, in Überzahl spielenden Bietigheimer und schafften es so den Vorsprung über die Zeit zu bringen. Im Parallelspiel verlor der HC Lahr, sodass sich der VfB Stuttgart über den Klassenverbleib in der ersten Verbandsliga freuen darf.

 

Cannstatter Zeitung, 26.02.2020
Thomas Reinmüller

Nach Hockey-Krimi Klassenerhalt geschafft

Ein 5:5 in Ulm reicht den Frauen des VfB Stuttgart zum Nichtabstieg in der Oberliga - Männer zittern noch

In einem dramatischen Fight sicherten sich die Frauen des VfB Stuttgart durch ein 5:5 beim SSV Ulm den Klassenerhalt in der Oberliga und sind damit auch in der nächsten Hallensaison in der höchsten baden-württembergischen Liga vertreten.

Das Spiel begann denkbar schlecht für den VfB, der auf etliche Stammspielerinnen verzichten musste. Nach ausgeglichenen Anfangsminuten schlichen sich leichte Fehler ein, die Ulm gnadenlos bestrafte. Mitte der ersten Hälfte lagen die VfB-Damen bereits mit 0:3 zurück. Dann nutzte Elissa Eggenweiler die erste Strafecke zum 1:3 und wenig später verkürzte sie auf 2:3. Doch die Gastgeberinnen legten vor der Pause zum 4:2 nach. Es entwickelte sich ein Kampfspiel auf Augenhöhe. Beide Abwehrreihen ließen nicht mehr allzu viele Torchancen zu. Der VfB stellte auf Raumdeckung um und kam durch Marissa Gläsles Stecher tatsächlich erneut zum Anschlusstreffer. Fast im Gegenzug erhöhte Ulm auf 5:3, als bei den Stuttgarterinnen die Zuordnung nicht stimmte. Danach wurde es dramatisch: Aus heiterem Himmel entschieden die Schiedsrichter nach einem sauberen Zweikampf auf Siebenmeter für Ulm. Schon der erste Siebenmeter der Partie war nicht unumstritten, doch diese (Fehl-)Entscheidung drohte spielentscheidend zu werden. Die starke Jana Burczyk im Stuttgarter Tor lenkte den Schuss an den Pfosten und der VfB blieb im Spiel. Ulm stand tief, Stuttgart suchte die Lücken. Josephine Opitz konnte einen Ball in der gegnerischen Hälfte erobern und ver-wandelt flach und unhaltbar zum 4:5. Wenig später hatte sie noch einmal die Chance zum Torschuss, scheiterte aber in letzter Sekunde. Es wurde hektisch, Ulm führte einen Abschlag überhastet aus, Elissa Eggenweiler fing den Ball ab und schlenzte ihn zum umjubelten Ausgleich ins Ulmer Tor. In den letzten beiden Minuten spielte Ulm ohne Torhüter, zwingende Torchancen ließen die kampfstarken VfB-Damen nicht mehr zu: Schlusspfiff, Jubel, Klassenerhalt. Es war nach dem Spielverlauf ein kleines Wunder von Ulm, aber wer so kämpft und nie aufgibt, hat den Klassenerhalt am Ende auch verdient.

Im vorletzten Saisonspiel in der 1. Verbandsliga ging es für die Männer des VfB Stuttgart zum HC Lahr. Mit einem erneut nicht optimal besetzten Kader war das Ziel klar: Die Stuttgarter wollten mindestens einen Punkt holen, um den Klassenerhalt zu sichern. Sie begannen das Spiel aber zu vorsichtig und lagen schon nach einer Minute mit 0:1 zurück. Danach hatte der VfB ein Plus an Ballbesitz, Chancen waren aber auf beiden Seiten Mangelware. Da aus dem Spiel heraus wenig klappte, mussten für die Stuttgarter Standardsituationen herhalten. Nachdem die erste Ecke noch von einem Feldspieler ungeahndet mit dem Körper auf der Linie geklärt werden konnte, war es in der Mitte der ersten Hälfte Werner Radtke, der zum l:l-Ausgleich traf. Nach der Pause spielten die Teams deutlich mutiger. Der VfB agierte jetzt besser und erzielte erneut nach einer Strafecke durch Knut Schulze Neuhoff die verdiente 2:1-Führung. Lahr wurde daraufhin nur noch nach Ecken gefährlich. Zwei davon fanden aber ihren Weg in den Stuttgarter Kasten. Doch auch davon erholten sich die Cannstatter und Niklas Werner glich mit seinem ersten Saisontor zum 3:3 aus. Wenig später überstand Lahr auch eine Unterzahl und erzielte, erneut nach einer Strafecke, das 4:3. So musste der VfB nach einem ausgeglichenen Spiel die Heimreise ohne Punkte antreten. Die Stuttgarter stehen nun auf einem direkten Abstiegsplatz und müssen im letzten Saisonspiel gegen den Tabellenzweiten punkten. Das Spiel gegen den Bietigheimer HTC findet am kommenden Sonntag um 11 Uhr in der Halle Nord in Stuttgart statt.


Cannstatter Zeitung, 21.02.2020
Thomas Reinmüller

VfB-Herren brechen nach Pause ein

Bad Cannstatt - Im vorletzten Heimspiel der 1. Verbandsliga war die TSG Heilbronn zu Gast bei den Herren des VfB Stuttgart. Die Gäste kamen mit der frühen Anspielzeit besser zurecht und gingen schnell in Führung. Danach kam auch der VfB ins Spiel und konnte nach einer Strafecke den Ausgleich erzielen. Noch in der ersten Hälfte mussten die Stuttgarter aber zwei weitere Gegentreffer hinnehmen und zudem musste VfB-Kapitän Werner Radtke verletzungsbedingt ausgewechselt werden und im Krankenhaus genäht werden. Noch vor der Halbzeitpause belohnten sich die Stuttgarter für ihr Engagement mit dem 2:3-Anschlusstreffer. Nach Wiederanpfiff gestaltete sich aber aus Stuttgarter Sicht ein anderes Spiel und die Heilbronner dominierten fortan die Begegnung. Der VfB konnte den Gästen nicht mehr viel entgegensetzen und verlor schlussendlich verdient mit 4:9. Am kommenden Sonntag geht es zum wichtigen Spiel nach Lahr, wo der VfB punkten muss, um nicht abzusteigen.

Das gleiche gilt für die VfB-Damen, die ebenfalls am Sonntag beim SSV Ulm um den Klassenerhalt in der Oberliga kämpfen. Den Stuttgarter Hockeyspielerinnen reicht ein Unentschieden, um in der Liga zu bleiben.

Cannstatter Zeitung, 14.02.2020
Thomas Reinmüller