Herren II sichern sich mit umkämpftem Auswärtssieg die Vizemeisterschaft

Ulm – Nach einem intensiven Spiel mit zahlreichen Torchancen können die Herren II des VfB Stuttgart beim SSV Ulm II 1:2 (1:2) gewinnen.

Am Sonntag stand für die Jungs aus Cannstatt der letzte Spieltag in der 3. Verbandsliga beim SSV Ulm an. Tabellarisch kann der VfB nicht mehr an Meister Freiburg herankommen, rechnerisch besitzt wohl aber der Drittplatzierte Karlsruhe die Möglichkeit, an den Hauptstadtschwaben vorbeizuziehen. Der SSV Ulm war vor dem Spiel mit vier Punkten zwar deutlich hinten, allerdings zeigten sie sich mit neu formierter Mannschaft bei diesem Heimspiel. Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass Ulm’s Erste gerade in der 2. Regionalliga um den Aufstieg spielt und daher die Ambitionen für eine höher platzierte Zweite recht naheliegend erscheint, und dass die Herren II des VfB in den letzten sechs Begegnungen auf dem Feld auswärts in Ulm seit mindestens 1994 nicht gewinnen konnten! Gewarnt war die Stuttgarter Mannschaft, welche an diesem Tag auch mit vielen Youngstern und Talenten auflief.

Erste Aktion war eine energische Angriffsphase des Gastgebers im Stuttgarter Viertel. Viel Mühe war in den ersten drei Minuten erforderlich, um den SSV vom Schusskreis entfernt zu halten. Finn Moll eroberte einen Ball und schickte David Kaps auf die Reise. Mit einer schnellen Passstafette gelang der Ball auf die Außenseite zu Isländer Finn Tryggvason, der mit einem harten scharfen Ball Adrian Zürn bediente. Aus sechs Meter Entfernung traf Stuttgarts Toptorjäger zum 0:1 – die Gäste konterten die Donauschwaben im eigenen Stadion konsequent aus. Die Schockstarre saß tief, sodass die Stuttgarter gleich wieder gefährlich wurden, jedoch im Kreis den Moment verpassten, auf das Tor zu schießen. Anschließend investierten die Ulmer mit ihrem Zwei-Mann-Pressing und einer starken Laufbereitschaft viel für einen Ballgewinn, aber die abgezockten Defensivspezialisten des VfB gewöhnten sich schnell an das Pressing und die manchmal unebenen Platzverhältnisse, in dem sie immer genauere Pässe spielten. Im zweiten Viertel wurde das Spiel offener geführt, in welchem auch der VfB immer näher auf das Tor drängte. Als Verteidiger dribbelte Jan-Luca Ingerl im Zusammenspiel mit Tom Ziller nach vorne und hatte selbst eine gute Abschlusschance, während auf der anderen Seite VfB-Keeper Hendrik Niemax, die ersten klaren Tormöglichkeiten der Hausherren abwehren musste. Verletzungsbedingt ging in dieser Phase auch Stuttgart’s 18-jähriges Talent Maxime Menke nach einem Zweikampf in der Verteidigung vom Feld runter. Dann war es eine ähnliche Angriffssituation wie vor dem ersten Treffer, die aus einer Kontersituation durch einen an der Viertellinie schlägerschlagverdächtigen Ballgewinn entstand, wo wieder der Ball zu Adrian Zürn durchkam und dieser zum 0:2 einnetzte. Zu früh schaltete der VfB anschließend aber ab und lies sich in die eigene Hälfte drängen und kassierte direkt eine kurze Ecke. Obwohl diese abgelaufen wurde, tändelte der Ball ins Toraus und es gab eine kurze Verwirrung, ob es Abschlag oder lange Ecke gab. Ulm schaltete schneller und mit einem Schlag und schönem Stecher in den linken Winkel fiel der Anschluss - der VfB bekam fürs Reklamieren eine grüne Karte. Unmittelbar vor der Halbzeit erkämpfte sich der VfB mehrere kurze Ecken, die aber allesamt nicht den Weg ins Tor fanden. Einmal sprintete Levi Gläsle an drei Ulmern vorbei und wurde im Schusskreis mit dem Schläger zu Fall gebracht, wo die Stuttgarter für einen überraschenden ausbleibenden 7m-Pfiff Pech hatten. Nichtsdestotrotz hatte der VfB schon genügend Chancen über ihre Ecken, mehr zu machen.

In der zweiten Hälfte stach die Mittagshitze auf dem Platz zu, sodass beide Mannschaften es langsamer angingen: Der SSV agierte im Halbfeld, während auch der VfB sich etwas weiter zurückzog. Im dritten Viertel gab es eine kurze Ecke für die Ulmer und drei wieder für den VfB. Die beste Ecke war ein Flachschlenzer, den Ulm’s Torwart sehr gut halten konnte. Er vereitelte auch bei zwei Nachschusschancen zwei 100%ige. Ansonsten blieb das durchweg fair geführte Spiel offen, wenn auch der VfB seine guten Möglichkeiten verpasste, seine Führung weiter auszubauen. Im letzten Viertel hatten die Ulmer mehr Ballbesitz, aber die Gäste die gefährlicheren Konter. Bärenstark eroberte der 17-jährige Jes Andresen vor dem eigenen Schusskreis den Ball, lief aus der Außenbahn an jedem Gegner mit hoher Geschwindigkeit vorbei und zog dann bis zur Grundlinie des gegnerischen Schusskreis durch, bis er Mathis Berkes bedienen wollte, und ein Fuß den Cannstattern die nächste kurze Ecke bescherte. Abermals schafften die Stuttgarter es nicht, den Ball über die Linie zu bringen. In der 51. Minute bekam Ulm aus einer harmlosen Situation eine Ecke, die von den Stuttgartern abgelaufen werden konnte. Die letzte wirklich gefährliche Aktion bekamen die Ulmer über die linke Seite, bei der ein scharf geschlagener Schrubber durch die Abwehr durchkam und zwei Ulmer alleine schussbereit am langen Eck lauerten. Diesmal glänzte aber Hendrik Niemax, der vier schnelle Schritte nach vor machte und per Glanzparade Schlimmeres verhinderte. Die letzten Minuten drückte der VfB die Ulmer in den eigenen Schusskreis und konnten so als Herren II nach mindestens 32 Jahren wieder in Ulm gewinnen. Der VfB kann damit die nächste baden-württembergische Vizemeisterschaft feiern.

 

Für den VfB spielten:
Hendrik Niemax im Tor, Steven Krietsch (C), Adrian Zürn (2), Benedikt Zürn, Florian Wondratschek, David Kaps, Jan-Luca Ingerl, Brandon Kieser, Maxime Menke, Tom Ziller, Jes Andresen, Finn Moll, Lars Meijerink, Levi Gläsle, Finn Tryggvason, Marius Gschwendtner, Mathis Berkes