Herren I müssen schweren Weg in die 1. Verbandsliga antreten

Die Ausgangslage beim Abstiegsfinale war allen beteiligten klar; der VfB musste am 14.07 gegen die Bundesligareserve des TSV Mannheim alle 3 Punkte mitnehmen um den Verbleib in der Oberliga klar zu machen, nachdem der Stadtrivale (HTC Stuttgarter Kickers II) sein Saisonfinale zuvor gewinnen konnte. Wiederum ging es beim TSV Mannheim II an dem Tag um den Aufstieg, und so reisten die Kurpfälzer entsprechend mit der gesamten Kapelle an.

Die Anfangsphase des Spiels ist vor allem von einem angriffslustigen TSV Mannheim und einem vorsichtigen, solide stehenden VfB Stuttgart geprägt. Die Abwehrreihen des VfB standen gut, und wenn mal was durchkam, war Dennis Berrer nach wie vor souverän im Kasten und konnte mehrmals brenzlige Situationen entschärfen. Zu allen Übel verlor der VfB, der das Spiel mit einem 14-Mann starken Kader begann, in der 5. Spielminute Tobias Krähling mit einem verdacht auf einen Muskelfaserriss, und nur 5 Minuten später Jordi Mas, der ebenfalls verletzt runter musste. Der VfB musste so dieses wichtige Spiel bei fast 30 Grad Hitze mit einem dünnen Kader bestreiten, und so bekam auch mancher Spieler kaum bis gar keine Entlastung oder Pause.

In der ersten Halbzeit konnte sich die Defensive der Stuttgarter fast immer behaupten, die Offensive verblasste leider ab der 10 Minute. Zwar war der VfB nach der besagten Minute das eine oder andere mal vorne, eine klare Torchance war jedoch nicht oft zu erkennen, wobei die Verletzungsmisere in dem Spiel auch einen erheblichen Anteil daran hatte. So ging es dennoch mit einem - vielleicht etwas glücklichem - 0:0 Unentschieden in die Pause.

In der 2. Halbzeit gestaltete sich im Gegensatz zur 1. Hälfte ein viel offeneres Spiel. Die Anfangsphase der 2. Halbzeit entpuppte sich für den VfB jedoch als sehr unglücklich. Innerhalb den ersten 12 Minuten gerieten die Cannstatter mit 0:3 ins Hintertreffen, und so sahen sie ihre Chancen zum Klassenerhalt langsam schwinden. Die Herren des VfB gaben nochmal alles, und ihre Antwort ließ nicht lange auf sich warten: In der 50. Minute führte Robin Rösslein einen Freischlag per Self-pass aus, und spielte den Ball anschließend auf Carsten Thorwart. Dessen Pass landete - etwas glücklich - über 2 Stationen bei Werner Radtke, der humorlos zum 1:3 Zwischenstand einnetzen konnte. War das vielleicht der Beginn des Comebacks? Kurz darauf erhielt der VfB eine Strafecke. Diese wurde zwar verstoppt, konnte aber noch verarbeitet werden; der Schuss von Kai Bock sollte aber vom Mannheimer Torhüter abgewehrt werden. Zwei Minuten später, erneut eine Strafecke für den VfB, und diesmal kam Spielertrainer Thomas Häuser direkt zum Schuss - der vom Mannheimer Verteidiger auf der Linie geklärt werden konnte. Die direkte Antwort kam von Mannheim: eine Strafecke wurde sehr schlecht ausgeführt, jedoch machte Mannheim weiter Druck und der Ball landete letztendlich im Tor. Nach dem Spielverlauf der letzten 5 Minuten unverdient, jedoch muss man auch die Eckenabwehr der Schwaben in Frage stellen, die definitiv aggressiver hätten verteidigen können. Der VfB musste nun alles riskieren, und gestaltete ein zunehmend offensiveres Spiel - mit Erfolg: Eine Ecke in der 64. Minute wurde zunächst von der 1. Welle abgelaufen, eher der Nachschuss von Thomas Häuser saß, und schon stand es 2:4. Drei Tore innerhalb 6 Minuten ist im Hockey zwar nicht unmöglich, aber auch nicht einfach. Kurz darauf bekam der TSV Mannheim noch einen 7-Meter zugesprochen. Zwar konnte Dennis Berrer abwehren, jedoch konnte der VfB nichts weiter am Ergebnis ändern. Das vorerst letzte Spiel des VfB in der HBW Oberliga endete somit mit einem 2:4.

Erwähnenswert ist dennoch dass der Abstieg nicht am Samstag gegen dem TSV Mannheim II besiegelt wurde, sondern schon in den Wochen zuvor. Das Ergebnis der Partie spiegelt nicht zwingend die kämpferische Leistung der Mannschaft wieder, die es an dem Tag auch verdient hätte weiter in der Oberliga zu spielen; um dies jedoch auch zu realisieren, hätte man aber vor allem in den spielen gegen Kickers II und dem KTV (die direkten Abstiegskonkurrenten) in den Wochen zuvor punkten müssen. Der VfB muss nun die Lehren aus der Saison ziehen, und nun in der 1. Verbandsliga angreifen. Mit einem stabilen Unterbau in der Jugend, sowie einer guten Mischung aus Erfahrung und Ehrgeiz in der Mannschaft muss man sich in der 1. Verbandsliga zwar nicht verstecken, man darf die Gegner der kommenden Saison aber auch nicht unterschätzen.

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